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Spannung bis fast zum letzten Atemzug

Gefühlschaos am Binnenfeldredder

 

Die restlichen Spiele werden weniger und immer schwieriger. Dabei geht es für einige Teams um sehr viel. Nicht nur für die Mannschaften die um den Aufstieg in die Bezirksliga kämpfen, sondern auch für die Truppen, die sich mit aller Kraft gegen einen drohenden Abstieg wehren. Und bei genau solch einem Team waren wir zu Gast: Dem VfL Lohbrügge II.

 

Natürlich war uns bewusst, dass die Zweitvertretung vom Binnenfeldredder aus sehr schwer zu bespielenden und äußerst griffig agierende Jungs bestand. Wir wussten auch um ihre Tabellensituation und, dass sie garantiert um jeden Meter kämpfen wollten. Deshalb war Vorsicht geboten. Doch als die Begegnung startete, fing es zunächst ziemlich gut für uns an. Nach nicht mal einer Minute köpfte Tomas „Tomek“ Krupowicz einen hohen Ball in den Kasten des Gegners. Nur leider wurde der Treffer nicht anerkannt, da es vorab eine Abseitssituation gegeben haben soll. Dennoch, auch wenn wir deshalb nicht in Führung gehen „durften“, bescherte uns dieser Vorstoß ein gutes Gefühl. Allerdings wurden wir schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Denn dann kam er nämlich: Der Überlebenswille des VfL Lohbrügge II. Klassisch und mit viel Übersicht konterten uns die Gastgeber in der dritten Minute aus, was schließlich in deren 1:0-Führung durch Fabian Reimers endete. So schnell kann es gehen. Ein Wechselbad der Gefühle und das schon direkt zu Beginn der Partie. Was wir zu dem Zeitpunkt nicht ahnten: Genau das zog sich über das gesamte Spiel.

 

Und ZACK! Da war sie wieder: Die Hoffnung. Nur wenige Zeigerumdrehungen später erreichte eine hohe Hereingabe unseren Nicklas Frers vor dem zweiten Pfosten. Der Lohbrügger Schlussmann untersprang das Leder zuvor, sodass Frers völlig freistehend kurz vor dem leeren Kasten stand. Schieb ihn rein Junge! Doch der Ball rutschte über den Spann und flog ins Toraus. Wahnsinn. Schon jetzt zum Haare raufen (6.)! Aus der Hoffnung wurde kurz schon ein Hauch von Verzweiflung. Doch schon bald darauf klappte es dann tatsächlich. Ein langer Ball aus unsere eigenen Hälfte flog tief in das gegnerische Halbfeld. Der Heimkeeper rannte dem Spielgerät entgegen aber Fotis Andreou war schneller. Mit „Auge“ und viel Cleverness überlupfte unser „Nesthäkchen“ den Schlussmann und traf so zum Ausgleich ins Tor (8.). Schon wurde aus dem Hauch der aufgekommenen Verzweiflung pure Freude für den Moment und zusätzlich machte sich wieder Zuversicht bei uns breit. Dennoch mussten unsere Kicker auf der Hut sein und vor allem auch Geduld beweisen. Denn die Gastgeber rissen ihr Spiel so ab, wie wir es zuvor befürchteten. Sie traten auf keinen Fall wie ein Abstiegskandidat auf und machten uns das Leben so richtig schwer. Doch dann traf unser „Müller“ zur 2:1-Auswärtsführung, was für ein bisschen Ruhe sorgte. Dabei bezwang Frers den Schlussmann in der 35. Minute ebenfalls mit einem schönen Lupfer. So konnten wir mit dieser knappen Führung in der Pause wenigstens etwas durchatmen.

 

Nach Wiederanpfiff steckten die Spieler des VfL aber alles andere als zurück. Sie legten sogar noch eine Schippe drauf und erzielten aufgrund ihrer guten Leistung in der 56. Minute durch einen direkten Freistoß den 2:2 Ausgleichstreffer. Dabei setzte Alexander Felker die Pille genau unter die Latte, sodass kein Blatt mehr dazwischen passte. So ein Mist! Und schon wieder war zittern angesagt. Was passiert? Wie bekommen wir die Kurve? Darauf hatte schließlich unser Maximilian Kochsiek eine Antwort. Denn in einem unbedachten Moment der Lohbrügger nahm deren Schlussmann einen Rückpass auf, was, elf Meter vor dem Tor, Freistoß für uns bedeutete, den Kochsiek mit viel Wucht genau an den linken Innenpfosten drosch, von wo die Kugel sich ihren Weg über die Linie suchte (67.). Geil! Unsere erneute Führung! Das 3:2 musste doch jetzt mal einen Auftrieb geben. Ein weiterer Treffer würde ganz sicher das Spiel entscheiden. Ganz bestimmt sogar. So waren jedenfalls die Gedanken einiger Zuschauer. Und zumindest die OSV-Anhänger sollten diesbezüglich schon bald befriedigt werden, als Hamza Mokeddem durch zwei Abwehrspieler hindurch und ihnen davon lief. Dabei blieb Daniel Omari Yorke nichts anderes übrig, als die Notbremse auszupacken, wofür er vom Platz flog und wir fortan für die Schlussviertelstunde in Überzahl waren. Den daraus resultierenden Freistoß verwandelte Marcel „Sally“ Meyer mit viel Effet und Gefühl zum 4:2. Verdammt tat das gut! Das muss es doch jetzt eigentlich gewesen sein. Immerhin hatte unser Team einen Mann mehr und wir führten mit einem zwei-Tore-Vorsprung.

 

Doch weit gefehlt. Es war überhaupt NICHTS davon zu merken, dass der Gegner in Unterzahl spielte. Ganz im Gegenteil. Es schien fast schon so, als mussten wir einen Platzverweis hinnehmen. Zu gut verkraftete Lohbrügge II die neue Situation und ging beachtlich mit diesem Umstand um, weshalb sie es in der 82. Minute tatsächlich schafften, durch Gerrit Brelle noch einmal ranzukommen. Und schon stand es nur noch 3:4. Da war es wieder: Das Wechselbad der Gefühle. Plötzlich mussten wir wieder so richtig dafür kämpfen, dass wir die drei Punkte mit heimwärts nehmen konnten, was mit der letzten Aktion echt fast noch schief gegangen wäre, als die Hausherren erneut in unsere Gefahrenzone eindringen konnten. Ein Schuss wurde so zum „Ping-Pong-Ball“, dass die Pille an drei Akteuren abprallte, hin und her flog und sich tatsächlich den Weg in Richtung linken Winkel suchte. Doch dank einer prima Reaktion unseres Keepers Thorben Joost konnten wir anschließend an diese Situation mit einem Sieg abreisen. Meine liebe Güte. Das war spannend, knapp und zum Ende hin ein sehr enger Sieg. Durchatmen war angesagt. Denn gefühlt hielt man die letzten zehn Minuten nur noch die Luft an. Trotzdem: Wir freuen uns über diese drei ganz wichtigen Punkte. Denn so lässt es sich erleichterter schlafen.