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„Niiiieee meeehr Kreisligaaaaa…“

Oststeinbeker Jubel hält bis zur nächsten Saison an

Die Mannschaft bejubelt den Siegtreffer von Marcel Meyer. Foto: Mathias Merk
Die Mannschaft bejubelt den Siegtreffer von Marcel Meyer. Foto: Mathias Merk

 

Es war alles angerichtet für das große Spiel gegen den MSV Hamburg. Mit das stärkste Team in der Liga. Unsere Mannschaft war heiß auf die Partie. Heiß darauf, an diesem Freitagabend den Aufstieg in die Bezirksliga fix zu machen. Und dann war es soweit. Um 19:28 Uhr führte das Schiedsrichtergespann die 22 Spieler auf das Feld. An jeder Hand ein Einlaufkind, was nicht nur für die Erwachsenen sondern auch für die Nachwuchskicker ein Highlight war. Doch, dass dieses Auflaufen überhaupt stattfinden konnte, ging nur mit Hilfe der Jugendabteilung des Oststeinbeker SV. Denn einen Tag zuvor wütete noch ein riesiges Unwetter über den Osten Hamburgs, sodass unsere Anlage am Meessen in Schienbeinhöhe unter Wasser stand. Mit vereinten Kräften sorgten Eltern, Jugendtrainer und Betreuer dafür, dass der Platz wieder bespielbar sein sollte. Außerdem organisierten die Jugendleiter innerhalb eines Tages die Teilnahme von ausreichend Kindern, die dann mit vollster Hingabe die Herren beim Einlaufen begleiteten. Deshalb zunächst auch nochmal von dieser Stelle: Ein großes DANKE für Euer Engagement, liebe Jugendabteilung!

 

Das Geschehen auf dem Feld wurde, wie erwartet, sehr ausgeglichen. Dabei tat sich unser Team allerdings phasenweise etwas schwer. Die Pässe in die Tiefe und die Laufwege funktionierten nicht so, wie sich das Trainer Simon Gottschling vorstellte. Deshalb landete vor allem in der ersten Halbzeit der Ball über weite Strecken sehr häufig beim Gegner, statt beim Mitspieler. Jedoch kamen auch die Gäste nicht zu einem Treffer, was der Oststeinbeker Defensive und Keeper Thorben Joost zu verdanken war.

 

Umso länger die Partie dauerte, desto hitziger wurde sie auch. Jetzt nicht völlig übertrieben, aber eben schon etwas emotionaler. Denn immerhin ging es für beide Mannschaften um sehr viel, da auch die Mümmelmannsberger zumindest rein rechnerisch die Chance besaßen, mit einem Auswärtssieg ebenfalls noch ein Wörtchen im Rennen um den Aufstieg mitreden zu können. Die Fouls und Nickligkeiten häuften sich. Bis es schließlich dazu kam, dass unser Mittelfeldspieler Hamza Mokeddem in der 62. Minute die rote Karte sah und wir es in Unterzahl irgendwie schaffen mussten, nicht zu verlieren, um die nächstjährige Teilnahme in der Bezirksliga zu erreichen. Als wenn es bis zu diesem Zeitpunkt nicht sowieso schon spannend genug gewesen wäre und die Nerven schon lange das flattern anfingen, stieg die Befürchtung, das große Ziel noch aus der Hand zu geben, nach der personellen Unterzahl sofort an. Doch dann passierte es. Wir gingen in Führung. JAAAA! Der Jubel und die Erleichterung kannte keine Grenzen. Unglaublich. Eben noch musste ein Spieler aus unserem Team in die Kabine gehen und nur drei Minuten später klingelte es im gegnerischen Kasten zum 1:0 für den OSV. Ein Wechselbad der Gefühle. Dafür verantwortlich: Marcel Meyer, der sich aus 20 Metern ans Herz fasste und unten links ins Glück traf.

 

Anschließend gelang es unserer Truppe, den Spielstand über die Zeit zu bringen, sodass die Feierlichkeiten beginnen konnten. Es gab kaum ein Hemd, das trocken blieb. Vor allem die der Trainer nicht. Die Fans sangen auch weit nach Abpfiff noch ihre Lieder und ließen das Team so hochleben, wie es sich nach einer richtig tollen Saison verdient hatte. Im Laufe des Abends und in der folgenden Nacht fließen etliche Liter Bier und „Havana“ Rum. Den Gefühlen wurde freien Lauf gelassen. Überall liefen Menschen mit glücklichen Gesichtern herum. Die Freude war riesig. Natürlich auch bei unseren Besuchern vom ASV Bergedorf 85, der nach diesem, unserem Sieg ebenfalls in die Bezirksliga aufgestiegen ist. Natürlich gratulieren wir auch ihnen von dieser Stelle aus. Doch im Kampf um die Meisterschaft bleibt es weiter spannend. Da der wir noch ein Spiel mehr als die „Elstern“ bestreiten dürfen, liegt es vollkommen in unserer eigenen Hand, jetzt auch noch den Meistertitel einzufahren. Das größte Ziel, der Aufstieg, wäre geschafft. Aber sind wir mal ehrlich: Wer würde am Ende nicht gerne die Meisterschale in die Höhe halten.