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Die kuriose „27“ – in Oststeinbek gibt es kein Halten mehr

Traumtore und Geburtstagsständchen: Der Meessen lebt wieder

Geburtstagskind "Celly" Meyer am Ball. Foto: Mathias Merk
Geburtstagskind "Celly" Meyer am Ball. Foto: Mathias Merk

Aufgewacht mit einem dicken Schädel. Anschließend durch die Wohnung geschleppt. Die Frau nimmt Abstand. Zu intensiv ist der Geruch nach dem, was am Vorabend passierte. Aber was ist eigentlich nochmal gewesen? Weshalb machen die Muskeln heute so schlapp? Welchen Geruch meint die Liebste? Ganz klar: Den SIEGESGERUCH!

 

 

Es war wieder einmal ein geiler Freitagabend am Meessen. Die Stimmung war bombastisch. Mit Tröten, Trommeln und Gesang wurde die Mannschaft von den Rängen nach vorne gepeitscht. So sehr, dass es ab der Anfangsphase klar war, wer nach dieser Partie als Sieger vom Platz gehen würde. Zu groß war die Dominanz unseres Teams, das sich allerdings im Torabschluss etwas schwerfällig zeigte. Bis zum Sechzehner klappte alles prima. Egal ob lange oder kurze Pässe: Der Ball fand wie magnetisiert den Mitspieler, zu dem er sollte. Sobald es aber in den Strafraum ging, verhinderten viele Abwehrbeine des TuS Aumühle-Wohltorf oder starke Reaktionen des „Füchse“-Keepers Nico Gieratz, der eigentlich Torwarttrainer ist, den Einschlag. Also dachte sich Daniel „Taka“ Otremba in der 27. Minute ganz offensichtlich, dass es gar nicht so verkehrt wäre, auch mal aus der Distanz abzuziehen. Das tat er. Ansatzlos und ohne den Hauch irgendeiner Andeutung packte Taka 29 Meter vor dem Kasten, aus halbrechter Position, seine linke Klebe aus. Der Ball war zwar lange in der Luft, bekam aber durch eine klasse Schusstechnik so viel Effet, dass er über Freund und Feind hinweg genau in den linken Winkel zischte. Was für ein Hammer!! Was für ein geiles Tor!! Und das auch noch in der 27.(!!!) Minute. Wie passend doch alles war. Einfach traumhaft.

 

Warum die Zahl „27“ solch eine Bedeutung trug? Ganz einfach: Schon weit vor dem Anpfiff begleitete uns diese Ziffer durch den ganzen Tag. Denn es war der 27. Spieltag am 27. April. Und dann fällt auch noch der Treffer zum 1:0 in der 27. Minute. Aber mit das Wichtigste war, dass unser Marcel Meyer seinen 27. Geburtstag feierte. Fast alles bezog sich auf diese kuriose „27“. 

 

Apropos Geburtstag: Dass „Celly“ nach dem Spiel eine Kiste für die Mannschaft springen lassen würde, war vorher bereits klar. Aber er setzte noch einen drauf: Mit seinem Treffer aus der dritten Reihe in der 39. Minute erhöhte das Geburtstagskind unseren Torvorsprung auf 2:0 und beschenkte damit nicht nur sich selbst, sondern auch das Team. So konnten wir mit einer angenehmen Führung in die Halbzeit gehen und anschließend weiter unser Spiel aufziehen. Die zuvor schon sehr hohe Dominanz unserer Spieler wurde noch größer, sodass sie sich immer mehr Torchancen erarbeiteten, was ganz offensichtlich einen gewissen Frust bei einigen unserer Gäste auslöste und den schon mit gelb verwarnten Falk-Kersten Neubert in der 58. Minute zu einem unüberlegten Foul hinreißen ließ, was die Ampelkarte zur Folge hatte. Unsere „Men in Black“ seitdem also in Überzahl. Und genau so spielten sie auch. Aumühle wurde in der Spielweise komplett neutralisiert.

 

In der 76. Minute fiel dann das, aufgrund der vollkommenen Überlegenheit, überfallige 3:0 durch Maximilian Kochsiek, der zuvor mustergültig von Hamza Mokeddem bedient wurde. Dabei verschätzte sich der Gästetorwart Gieratz im Hinauslaufen, sodass Kochsiek den Querpass aus kürzester Distanz bloß noch ins leere Tor einschieben musste. Damit war der Sack zu, aber der Hunger des Teams noch nicht gestillt. Denn Deniz Herber setzte in der 80. Minute noch einen drauf. Wie ein Strahl zischte sein Schuss aus gut und gerne 25 Metern zum 4:0 ins Netz. Die Fans lagen sich in den Armen. Die über das ganze Spiel hervorragende Stimmung erreichte ihren Höhepunkt. Unsere Anlage bebte und in den meisten Gesichtern der zahlreichen Zuschauer erblickte man ein freudiges Lächeln. Hach wie schön. Dass Hamza Mokeddem in den Schlussminuten einen Strafstoß vergab, weil er vom Punkt aus an Schlussmann Gieratz scheiterte, war nur eine Randerscheinung. Viel wichtiger war nach dem Apfiff: Wir haben gewonnen. Und das deutlich ohne ein Gegentor. Damit hat das Team die Tabellenführung unterstrichen und konnte sich völlig zurecht von den Fans feiern lassen, die sich aber zunächst etwas ganz Besonderes ausdachten: Lautstark und zahlreich bekam Marcel Meyer von den Rängen ein „Happy Birthday“ gesungen, an das er sich sicher noch in sehr hohem Alter erinnern wird. Anschließend ging sie los: Die Geburtstagsparty und Siegesfeier, weshalb es völlig okay und vertretbar ist, wenn man am nächsten Tag mal mit einem dicken Schädel aufwacht, aber absolut glücklich auf den Vorabend zurückblicken kann.