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Zweite Runde geschafft: Kräftezehrender Arbeitssieg gegen starke Reinbeker

Eine sehr häufige Spielszene: Die OSV-Akteure wurden immer wieder gedoppelt.  So wie in diesem Fall Kapitän Morad Sbou (zw. v. re.). Foto: Mathias Reß
Eine sehr häufige Spielszene: Die OSV-Akteure wurden immer wieder gedoppelt. So wie in diesem Fall Kapitän Morad Sbou (zw. v. re.). Foto: Mathias Reß

 

Nun wurde es ausgetragen: Das Zweitrundenspiel des ODDSET-Pokals zwischen der TSV Reinbek und unserem Oststeinbeker SV. Diese Begegnung war eine heiße Partie. Denn erst lag unsere Mannschaft deutlich zurück, dann drehte sie das Spiel und machte es zum Schluss noch mal so spannend, dass danach erst mal Durchatmen angesagt war…..

Keine Chance für Keeper Joost: Unthaltbar flog der Elfer in den linken Winkel rein. Foto: Mathias Reß
Keine Chance für Keeper Joost: Unthaltbar flog der Elfer in den linken Winkel rein. Foto: Mathias Reß

 

Brauchte Jemand bis Dienstagabend eine Erklärung für den Begriff „Arbeitssieg“, hätte er im Reinbeker Paul-Luckow-Stadion sein sollen. Denn unser 3:2-Erfolg in der zweiten Runde des ODDSET-Pokals gegen die heimische TSV war genau das. Dabei fing unsere Mannschaft gut an, doch die ersten großen Chancen - Adrian Voigt traf die Latte (4.), Marcel Meyer schoss knapp über das Quergebälk (6.) und Youssef Sbou ließ das runde Leder ebenfalls nur um Haaresbreite am rechten Winkel vorbei zischen(10.) - wurden sträflich liegengelassen. „Sträflich“ deshalb, weil die TSV Reinbek nach einer Viertelstunde einer unserer vielen Unachtsamkeiten, die sich im Laufe des Spiels leider häuften, ausnutzte, sodass ein Offensivspieler des Gastgebers mit dem ersten gefährlichen Vorstoß plötzlich alleine auf unseren Torwart Thorben Joost zulief, dem nichts anderes übrig blieb, als sich ihm mit vollem Körpereinsatz entgegenzuschmeißen. Der fällige Strafstoß und die gelbe Karte für unseren Keeper war keine Diskussion wert. Der Schiedsrichter hatte richtig entschieden.

 

Bei der Ausführung des Elfmeters sprang Joost zwar noch in die richtige Ecke, jedoch flog der Ball unhaltbar genau in den linken Winkel. Der Kreisligist aus Reinbek führte. Dennoch besaß die OSV-Truppe weiterhin die klare Dominanz. Lediglich drei Minuten nach dem Gegentreffer traf unser Stürmer Adrian Voigt, jedoch stand dieser zuvor im Abseits, weshalb der Treffer nicht zählte. Stattdessen zeigten die Reinbeker eine beachtliche Effektivität. Denn quasi im Gegenzug rollte ihr bis dahin erst zweiter gefährlicher Konter und schon wieder schlug der Ball hinter Joost im Netz ein.

 

In diesen ersten 20 Minuten beherrschten wir zwar das Spielgeschehen, waren aber aufgrund unserer vielen Lauf- und Passfehler gegen die gut ausgespielten Konter der Hausherren machtlos. Genauso wie zunächst gegen das Bollwerk, dass sich ab dann gegen uns stellte. Denn nachdem der zweiten Treffer für die Hausherren fiel, stellten sich diese komplett hinten rein. Sehr selten sah man einen der TSV-Kicker mal über die Mittellinie laufen. So wurden die Räume zugestellt und ein Durchkommen war sehr schwer. Diese taktische Spielweise war zu dem Zeitpunkt absolut nachzuvollziehen. Denn wir waren es, die sich öffnen mussten und einen Zwei-Tore-Rückstand hinterher rannten. Dabei ließen uns die Gastgeber immer wieder auflaufen. Ihr Matchplan schien aufzugehen. 

Youssef Sbou (Mitte) schoss ein sehr schönes Tor und bereitete ein Weiteres vor. Foto: Mathias Reß
Youssef Sbou (Mitte) schoss ein sehr schönes Tor und bereitete ein Weiteres vor. Foto: Mathias Reß

Gearbeitet, Spielstand gedreht und verdient gewonnen

 

 

Doch unsere Mannschaft gab nicht auf, wofür sie dann kurz vor der Pause belohnt wurde: Ein hoher Ball aus dem Halbfeld kam genau im Sechzehner runter. Patryk Marg und Voigt schlichen sich aus dem Rücken der gegnerischen Abwehr davon und tauchten gemeinsam freistehend vor dem Kasten auf, was den gegnerischen Keeper etwas zu verwirren schien. So kam Voigt mit seinem Fuß an den Ball und verkürzte den Spielstand auf 1:2 aus Oststeinbeker Sicht.

 

In der zweiten Hälfte gab es dann ein ähnliches Bild. Die Reinbeker stellten sich hinten rein und lauerten auf Konter, was sie wirklich sehr clever machten und dadurch hin und wieder gefährlich an und in unseren Strafraum kamen. Doch die Dominanz behielten wir, auch wenn sich, wie Eingangs beschrieben, die Fehler auf unserer Seite häuften. Trotzdem erspielten auch wir uns weitere Chancen. Und das nicht zu knapp. Deshalb war es nur gerecht, als wir in der 66. Minute zum Ausgleich kamen. Und wie! Im Fallen schaffte es Youssef Sbou seine rechte Klebe, 26 Meter vor dem Tor, so wuchtig unter die Pille zu bringen, dass der Ball schnell und scharf über den Strafraum hinweg genau unter der Latte einschlug. Ein völlig überraschender aber auch sehr sehenswerter Treffer zum 2:2-Ausgleich. Die Hausherren mussten sich nun auch wieder mehr von hinten heraus öffnen, was unseren „Men in Black“ Gelegenheiten verschaffte, in der Offensive ein Spiel aufzuziehen. Nur sechs Zeigerumdrehungen später passierte es dann: Die Partie wurde gedreht, als Youssef Sbou zunächst am Keeper scheiterte, Nicklas Frers aber den Abpraller für sich nutzte und das Spielgerät zu unsere 3:2-Führung aus 18 Metern in die Maschen hämmerte (72.). Was folgte war eine Schlussviertelstunde, in der die Truppe der TSV Reinbek um jeden Meter kämpfte. Die Jungs von R. Neuhaus zeigten eine echt gute Leistung und kamen, genau wie wir, noch einige Male gefährlich vor das Gehäuse. Es war ein Spiel auf Augenhöhe.

 

Dass diese Begegnung auf dem hohen Rasen kräftezehrend für alle Akteure war, konnte man ihnen nur zu gut ansehen. Doch durch die große Qualität unserer Spieler, konnten diese die Führung über die Zeit bringen, was am Ende bedeutete, dass wir in die dritte Runde des laufenden Wettbewerbs einzogen. Leicht war diese Aufgabe allemal nicht. Ganz im Gegenteil sogar. Aber verdient war der Sieg dennoch. Und genau deshalb können wir uns nun auf das Auswärtsspiel beim ASV Hamburg freuen, das allerdings noch nicht terminiert ist. Vorher haben wir am Freitag den 17. August um 19:30 Uhr aber auch noch ein schweres Punktspiel gegen den ETSV Hamburg vor der Brust, auf das jetzt natürlich der komplette Fokus liegt. Glückwunsch an die Mannschaft für den heutigen Erfolg! Denn auch solche „Arbeitssiege“ müssen erst mal eingefahren werden. Und das hat sie geschafft.