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OSV teilweise wie im Torrausch – Kantersieg gegen den ETSV

Marcel Meyer (Nr. 10) auf dem Weg zum nächsten Treffer. Foto: Mathias Reß
Marcel Meyer (Nr. 10) auf dem Weg zum nächsten Treffer. Foto: Mathias Reß

 

Die Partie war vorbei und die kurze „Nachbesprechung“ des Trainers beendet, als unsere Mannschaft geschlossen zu den Fans lief, um mit ihnen den gerade errungenen Kantersieg zu feiern. Es war echt schön, mit anzusehen, wie sich die Anhänger und unsere „Men in Black“ erst im Gesang und dann durch Umarmungen vereinten, was übrigens die Gäste ordentlich zum Staunen brachte. Denn obwohl sie eben erst eine sehr hohe Niederlage einstecken mussten, standen ein paar von ihnen mitten auf dem Feld und schauten in Richtung der Feierlichkeiten. „Das ist echt krass, was hier los ist. So viele Zuschauer und dann diese Fans, die die ganze Zeit Stimmung machen. Echt geil. Es macht richtig Spaß, hier in Oststeinbek anzutreten“, sagte einer der ETSV-Akteure, von dem man eigentlich erwartete, dass er das Spiel sowie das Ergebnis erst mal verarbeiten müsste. Deshalb ist diese Aussage ein großes Kompliment für alle Oststeinbeker Anhänger. Denn nicht nur die tolle und lautstarke Stimmung macht solch einen Abend rund, sondern auch die allgemeine Anzahl der Zuschauer. Erneut füllten ganz viele Menschen unsere Anlage am Meessen, die sich einen schönen Abend bei einem tollen Fußballspiel wünschten und diesen schließlich auch bekamen.


Youssef Sbou (re.) sammelte drei weitere Scorerpunkte. Foto: Mathias Reß
Youssef Sbou (re.) sammelte drei weitere Scorerpunkte. Foto: Mathias Reß

 

In der ersten Viertelstunde waren beide Mannschaften offensichtlich damit beschäftigt, sich gegenseitig „abzutasten“. Mit kleineren Vorstößen versuchte man den jeweiligen Gegner aus seiner Reserve zu locken. Dabei begegneten sich die Teams absolut auf Augenhöhe, bis in der 24 Minute eine Standardsituation dazu führte, dass wir mit 1:0 in Führung gingen, als Youssef Sbou von links eine Ecke vor den Kasten trat, wo der mit aufgerückte Innenverteidiger Patryk Marg im Gewühl am Besten schaltete und die Kugel aus zwei Metern über die Linie drückte. Allerdings zeigte sich der ETSV davon noch ziemlich unbeeindruckt. Unser Team übernahm zwar fortan eine leichte Dominanz, doch die Gäste warteten auf die Gelegenheit, uns schnell auskontern zu können, was ihnen vor allem in der 30. Minute bestens gelang. Aber der Akteur aus Billwerder machte letztlich nichts Zählbares daraus. Er schaffte es zwar, alleine auf unseren Keeper Thorben Joost zulaufend, den entgegenkommenden Schlussmann zu überlupfen, jedoch senkte sich das runde Leder erst knapp hinter dem Gehäuse. Im Gegenzug dazu machten wir es dann, in Person von Deniz Herber, besser. Nach einer Faustabwehr des ETSV-Torwarts, flog der Ball vor den Sechzehner, wo unser Mittelfeldspieler anlief und aus 17 Metern einen satten Schuss abgab. Der Ball schlug zur 2:0 Führung im Netz ein.

 

 

Ab dann schien es so, dass die Gäste keine all zu große Hoffnung mehr hatten, später doch noch als Sieger die Heimreise anzutreten. Denn unsere Mannschaft übernahm die komplette Dominanz und das machte sie richtig gut. Während sich die Truppe vom Mittleren Landweg nur noch zwei große Chancen herausspielen konnte (39. und 65.) zeigten wir uns sehr torhungrig. Immer wieder rollten Angriffe auf das Gästetor. Mal über die Außen und dann wieder durch die Mitte. So, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis wir die Führung ausbauten, was dann zwei Zeigerumdrehungen vor der Pause passierte. Eddy Örün zimmerte in dieser Szene, nach einer Flanke von Youssef Sbou, einen sehr schwer zu verwertenden Ball aus kurzer Distanz unhaltbar unter die Latte. So stand nach 45 Minuten ein 3:0 auf unserer Habenseite.

Das OSV-Team kam zeitweise aus dem Jubeln nicht heraus. Foto: Mathias Reß
Das OSV-Team kam zeitweise aus dem Jubeln nicht heraus. Foto: Mathias Reß

 

Drei Tore in sieben Minuten

 

 

Nach dem Wiederanpfiff bauten wir unsere Dominanz immer mehr aus, was dazu führte, dass noch einige Treffer fielen. Der nächste ließ dann auch gar nicht lange auf sich warten. Bereits in der 48. Minute eroberte Eddy Örün den Ball im gegnerischen Halbfeld und bediente den auf halb rechts gestarteten Marcel Meyer, der übrigens ein sehr starkes Spiel machte und sich dieses Mal die Bezeichnung „Man of the Match“ verdiente. Der Spielmacher drang im Strafraum ein, durchlief die Abwehr und legte das Spielgerät quer auf Youssef Sbou, der schließlich zum 4:0 traf. Nur kurze Zeit später war es dann Marcel Meyer selbst, der die Führung um einen weiteren Treffer ausbaute, indem er, während der ETSV-Keeper noch die Mauer stellte, einen bereits freigegebenen Freistoß genau in den rechten Winkel setzte (51.). Das Spiel ging nur noch in eine Richtung. So, dass es abermals nicht lange dauerte, bis es erneut im Gästetor klingelte. Dabei hatte der mittlerweile eingewechselte Fotis Andreou die beste Chance, den Ball zu versenken, doch stattdessen traf er nur die Latte. Von dort flog der Ball zurück in den Strafraum, wo Adrian Voigt allerdings perfekt stand, um aus zwölf Metern zum 6:0 einzuköpfen (60.).

 

 

 

Nun hatten unsere Männer einen Lauf, den scheinbar Niemand mehr stoppen konnte. Ein Doppelschlag trieb die Führung dann sogar noch um zwei weitere Treffer nach oben. Erst traf abermals Marcel Meyer aus 25 Metern ins Tor (65.) und dann zeigte Linksverteidiger Youness Sbou, dass er ebenfalls einen sehr starken Schuss hat, indem er genauso aus der Ferne ins Netz traf (67.). Dieses 8:0 war dann auch gleich der Endstand. Zwar ergaben sich in der Schlussphase noch ein paar Chancen, wie zum Beispiel für Youssef Sbou in der 77. Minute, als der Offensivakteur einen Freistoß nur haarscharf über das Tor schoss, doch ein weiterer Treffer sollte nicht mehr fallen. Trotzdem mussten die Gäste in der letzten Aktion vor dem Abpfiff noch einmal tief schlucken. Denn nach einem Zweikampf um den Ball verließen den ETSV-Keeper ein wenig die Nerven, was ihn zu einer derben Beleidigung in Richtung unseres Spielers hinreißen ließ. Der Schiedsrichter stand in der Nähe, vernahm die Worte und zückte sofort die rote Karte. Im Anschluss daran beendete der Unparteiische das ansonsten sehr faire und ruhige Spiel.