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Ein hartes Stück Arbeit in Glinde

Innenverteidiger Revin Köksal erzielte einen Doppelpack. Foto: Mathias Reß
Innenverteidiger Revin Köksal erzielte einen Doppelpack. Foto: Mathias Reß

 

Lediglich 2,94 Kilometer Luftlinie liegen zwischen unserem Platz in Oststeinbek und der Anlage des TSV Glinde, wo am Sonntagnachmittag das Nachbarschaftsduell anstand. Die Bedingungen konnten nicht besser sein: Bei bestem Wetter und angenehmsten Temperaturen traten vor zahlreichen Zuschauern zwei Mannschaften gegeneinander an, die hochmotiviert waren und denen man die Lust auf diese Partie absolut anmerken konnte.

Revin Köksal (2.v.re.) erzielt das 2:0 für den OSV. Foto: Mathias Reß
Revin Köksal (2.v.re.) erzielt das 2:0 für den OSV. Foto: Mathias Reß

 

Dadurch, dass wir in der laufenden Saison noch keine Begegnung gänzlich aus der Hand gaben und die Hausherren zunächst mit vier Niederlagen sehr schlecht in das Spieljahr starteten, gingen wir als Favorit in die Partie. Allerdings sollten wir gewarnt sein. Denn eine Woche zuvor trumpften die Glinder Kicker groß auf, indem sie mit einem satten 5:0 den ersten Sieg gegen SC Eilbek einfuhren. Als unsere Jungs aber bereits in der zweiten Minute durch Innenverteidiger Revin Köksal, der die Kugel nach einer Ecke von Youssef Sbou aus sechs Metern ins Netz beförderte, in Führung gingen, dachten sicherlich nicht Wenige der zahlreich erschienen Zuschauer, dass dies eine einseitige Geschichte für den OSV werden könnte. Doch weit gefehlt! Das TSV-Team von Coach Sören D. gab sich eben nicht schon nach dem frühen Gegentreffer auf, sondern schien ihn sogar recht gut wegzustecken. Ein leichtes Spiel sollte es darum nämlich nicht für uns werden, auch wenn wir, abermals durch einen Standard, in der 26. Minute auf 2:0 erhöhen konnten, als Youssef Sbou einen Freistoß aus dem Halbfeld hoch vor das Gehäuse brachte, wo abermals Köksal zur Stelle war und mit der Fußspitze seinen Doppelpack perfekt machte. Dies spiegelte jedoch nicht den bis dahin aufopferungsvollen Einsatz der Hausherren wider, die die Partie dadurch nämlich sehr ausgeglichen gestalteten, wofür sie sich kurz darauf mit dem Anschlusstreffer zum 1:2 belohnten (28.). Bis zur Pause hatten unsere „Men in Black“ zwar etwas mehr Ballbesitz, doch die größeren Chancen erspielte sich die Glinder Truppe. Dabei wurde unser Schlussmann Thorben Joost, nach einem sehr sehenswerten Abschluss, auch mal zu einer Glanzparade gezwungen.

Maxi Kochsiek (2.v.re.) freut sich über seinen Treffer. Foto: Mathias Reß
Maxi Kochsiek (2.v.re.) freut sich über seinen Treffer. Foto: Mathias Reß

 

Ein Elfer bringt die erneute Führung

Als das Match nach dem Seitenwechsel wieder angepfiffen wurde, gelang es dem TSV Glinde, etwas mehr Druck aufzubauen, was unsere Mannschaft scheinbar etwas zu verunsichern schien. Dennoch blieb sie ruhig und wartete geduldig auf eigene Gelegenheiten, das Spiel wieder an sich zu reißen. Diese gab es dann zwar auch, doch weder Youness Sbou noch Adrian Voigt gelang es, den Vorsprung erneut auszubauen. Stattdessen glichen die Gastgeber in Form eines direkten Freistoßes sogar aus (75.). Mittlerweile war es ein Duell auf Augenhöhe und das Unentschieden somit ein gerechtes Zwischenergebnis. Unsere ebenfalls anwesenden „Ultras Prostbek“, die uns wieder einmal phantastisch von der Seite mit ihren Gesängen unterstützten, skandierten: „Kämpfen und siegen!“ sowie „aufwachen, aufwachen, aufwachen…“. Das schien dann geholfen zu haben, da wir von nun an wieder konzentrierte wirkten. Keine zwei Zeigerumdrehungen später lief Maximilian Grünberg die rechte Seitenlinie entlang, bis er im Strafraum auftauchte. Dabei nahm er eine gehörige Portion Schwung auf und führte die Pille so eng am Fuß, dass der Flügelflitzer in der Gefahrenzone nur mit einem Foul gestoppt werden konnte. Für den fälligen Strafstoß schnappte sich der mittlerweile eingewechselte Maximilian Kochsiek das Leder und verwandelte sicher zur 3:2-Führung (78.).

Marcel Meyer (am Ball) setzte den Schlusspunkt. Foto: Mathias Reß
Marcel Meyer (am Ball) setzte den Schlusspunkt. Foto: Mathias Reß

 

Schlussphase wird zur Zitterpartie

Die Schlussphase wurde dann noch mal richtig spannend. Denn Glinde merkte wohl, dass noch ein paar Schippen draufgelegt werden mussten, um sich gegen uns am Ende doch noch mit mindestens einem Punkt für die tolle Leistung zu belohnen. Während unsere Offensivabteilung leider beste Chancen liegen ließ, konterten uns die Hausherren mit einem guten Umschaltspiel immer wieder aus, was sie ein ums andere Mal vor und in unsere Gefahrenzone brachte. Bis zum Schluss sollte es nun eine Zitterpartie werden. Erst in der Nachspielzeit schaffte es Marcel Meyer den Deckel draufzusetzen. Dabei nutzten unsere Jungs die Gelegenheit, dass die Kicker des TSV Glinde alles nach vorne warfen, wodurch sich große Räume ergaben. Mit einem Gegenangriff schufen wir uns eine Überzahlsituation, die Meyer bedacht abschloss. Somit gewannen wir das Derby mit einem 4:2-Arbeitssieg, der am Ende vielleicht um einem Tor zu hoch ausfiel. Auch über ein Unentschieden hätten wir uns nicht beschweren dürfen. Wenn Glinde im weiteren Saisonverlauf fortwährend solch eine Leistung an den Tag legt, wird man mit ihnen noch rechnen müssen. Dann überrascht auch ein hoher Sieg gegen andere Gegner nicht mehr. Und was uns anging, so war jedem einzelnen Spieler klar, dass dieser erneute Erfolg sehr schwer erarbeitet war. Aber auch solche Spiele müssen mal gewonnen werden. Das beste daran: Man kann daraus nur lernen und die nächsten Aufgaben mit den neu gewonnenen Erkenntnissen angehen, was das Team ganz sicher machen wird. Denn es ist für Jeden ein echt tolles Gefühl, immer weiter so erfolgreich zu sein.