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Traumtor mit dem „Geist von Eden Hazard“ entscheidet Spitzenspiel

Youness Sbou setzt nach seinem Traumtor zum Jubellauf an. Foto: Maurice Herzog
Youness Sbou setzt nach seinem Traumtor zum Jubellauf an. Foto: Maurice Herzog

 

Das Aufeinandertreffen mit dem ASV Hamburg war in vielerlei Hinsicht spannend: Für die gut 400 Zuschauer war es spannend, zu sehen, wie sich die beiden Teams nach dem Pokalauftritt vor wenigen Wochen auf dem Platz begegneten und wer am Ende die Nase vorn haben würde. Für die Trainer war es spannend, ob ihre Taktikten aufgingen und dann gestalteten auch noch die Teams selbst das Match spannend, vor dem es eine klare Message der „Ultras Prostbek“ gab. Am Ende entschied ein Traumtor álla Eden Hazard (FC Chelsea) das Spiel.

Die Fans taten auf einem Banner ihre Meinung kund. Foto: Maurice Herzog
Die Fans taten auf einem Banner ihre Meinung kund. Foto: Maurice Herzog

 

Die erste Halbzeit ist schnell erzählt. Denn während diesen 45 Minuten gestaltete sich das Spiel, in dem wir zwar eine gute halbe Stunde lang eine minimale Dominanz besaßen, diese dann jedoch an die Gäste abgaben, sehr ausgeglichen. Viel wichtiger war aber im Vorfeld zunächst mal die Botschaft der Fans, die sich damit an die Mannschaft wendeten. Auf einem Spruchband taten sie ihre Meinung kund: „MEHR SPIELEN WENIGER REDEN“. Damit meinten sie nicht die generelle Kommunikation der Akteure untereinander, die zum Abstimmen auf dem Feld dient, sondern das, was in den letzten Wochen sonst noch so los war: „Uns ist aufgefallen, dass sich die Spieler in letzter Zeit zu viel damit beschäftigten, auf dem Platz zu diskutieren – Egal ob mit dem Schiedsrichter, den Gegnern oder auch miteinander - , statt sich auf die Leistung zu konzentrieren. Das finden wir nicht so schön“, stellte der „Antreiber“ unserer „Ultras Prostbek“ klar, die das Team immer wieder lautstark unterstützen und für eine mega Stimmung in Oststeinbek sorgen. Mit dieser Meinung waren sie nicht alleine. Ganz im Gegenteil: Am Meessen ernteten sie dafür absoluten Zuspruch. Auch von der Mannschaft: Als das Spruchband aufgehängt wurde, kam Vize-Kapitän Morad Sbou vom Warmmachen angelaufen, gab den anwesenden Ultras die Hand und machte ihnen deutlich, dass das eine mehr als sehr gute Aktion sei. Das Team nahm sich die Aufforderung zu Herzen und konzentrierte sich wirklich über 90 Minuten auf das Kicken, statt zu „sabbeln“. Und wir wissen natürlich auch, dass die Botschaft auf dem Banner nicht nur für das Topspiel gegen den Tabellenzweiten galt.

Dies lief dann erst nach der Halbzeitpause so richtig an, was jedoch nicht bedeutet, dass der erste Durchlauf schlecht gewesen wäre. Es war in der Tat ein schönes, aber auch von Taktiken geprägtes Aufeinandertreffen, die beide Mannschaft echt gut umsetzten, sich allerdings dadurch im Mittelfeld sehr häufig neutralisierten. Nach dem Wiederanpfiff gestaltete sich die Partie dann um einiges schneller. Die Teams standen sich in Nichts nach. Durchgehend war zu erkennen, dass sich zwei Truppen begegneten, die eine ähnliche Qualität besaßen. Zumindest an dem Abend. Denn auf unserer Seite mussten wir auf drei absolute Topspieler verzichten, da sich Marcel Meyer im Urlaub befand, Deniz Herber arbeiten musste und Adrian Voigt nach einer Zahn-OP noch nicht einsatzfähig war. Übrigens: Auch von dieser Stelle wünschen wir „Adi“ eine gute Besserung!

Patryk "Butze" Marg erzielte den ersten Treffer. Foto: Maurice Herzog
Patryk "Butze" Marg erzielte den ersten Treffer. Foto: Maurice Herzog

 

Drei Treffer in fünf Minuten

 

Als Mitte der zweiten Halbzeit ein Gespräch unter den Zuschauern zu vernehmen war, in dem Einer gegenüber seinem Nebenmann Bedenken äußerte, dass überhaupt noch ein Treffer fallen würde, konnte er nicht wissen, dass die Partie nur fünf Minuten später um drei erzielte Tore reicher war. Denn kurz darauf schoss Youssef Sbou einen Freistoß scharf auf den Kasten, den der ASV-Keeper allerdings nicht festhalten konnte. Patryk Marg schaltete schnell und gut. Der mit aufgerückte Innenverteidiger löste sich aus der Mauer, setzte nach und nutzte den Abpraller als Abstauber zum 1:0 für unseren OSV (73.). Kurze Zeit später, in der 76. Minute, führten wir durch einen Mega-Treffer dann auch schon mit 2:0, was wir nun gerne etwas genauer beschreiben:

 

Am 26. September 2018 empfing der FC Liverpool den FC Chelsea im 1/16-Finale des Carabaou-Cups. In dieser Partie gelang Eden Hazard während der 85. Minute das entscheidende Tor für die Gäste. Als der Angreifer im Mittelfeld auf César Azpilicueta spielte und dieser sofort zum Stürmer zurückpasste, war das der Anfang des folgenden Traumtores. Dabei ließ Hazard erst an der Seitenlinie einen Gegenspieler aussteigen und zog dann in die Mitte, wobei auch zwei weitere Abwehrakteure den Angreifer nicht stoppen konnten, da er mit dem Ball wie durch Slalomstangen hindurch lief, bis er zum Abschluss kam und den entscheidenden Treffer markierte. Der LIVE-Kommentator sowie viele Medien berichteten im Anschluss von einem „Traumtor“. Und das völlig zurecht. Genauso ein ähnliches Ding gelang nun unserem Youness Sbou, der im Mittelfeld kurz auf seinen gleichnamigen Bruder Morad passte und postwendend die Pille zurückbekam. Wie Eden Hazard ließ Y. Sbou dann zunächst an der Seitenlinie einen Gegenspieler aussteigen und zog anschließend mit dem Ball am Fuß ins Zentrum vor den Strafraum, ohne von zwei weiteren ASV-Akteuren gestoppt werden zu können, da er währenddessen ebenfalls wie durch Slalomstangen lief und final aus 25 Metern abzog. Dabei wurde der Ball zwar noch entscheidend abgefälscht, doch, dass das Leder dann im linken Winkel einschlug, war das verdiente Ergebnis dieses Angriffs. Von Anfang bis Ende ein absolutes Traumtor. Eben mit dem „Geist von Eden Hazard“.

 

Kurz darauf erzielte der ASV durch einen berechtigten Foulelfmeter zwar noch den Anschlusstreffer (78.), das sollte es dann aber an Toren gewesen sein. Die Partie blieb zwar bis zum Ende spannend, aber ein weiteres Mal fand das Runde Leder nicht den Weg in den Kasten, auch wenn die Gäste das in der Nachspielzeit kurzzeitig annahmen, als ein Spieler von ihnen den Ball über das Gehäuse lupfte und das Jubeln anfing, weil er dachte, dass die Pille im und nicht hinter dem Netz gelandet sei. Der darauffolgende Jubellauf, wobei er sich vor lauter Freude schon das Trikot vom Körper riss, war umsonst. Aber wir wissen: irren ist menschlich und wäre es ein Ausgleichtreffer in letzter Sekunde gewesen, hätte man diese Freude absolut verstehen können. Doch wie lautet ein bekanntes Sprichwort: „Knapp daneben ist auch vorbei“ – oder drüber.

Das Tor von Youness Sbou könnt ihr auf unserem Facebook-Account in einem Video betrachten (Lasst gerne ein Like auf unserer Seite da). Hier ist der Link:

https://www.facebook.com/osvliga/

 

Im Vergleich dazu ist hier nun der Youtube-Link mit dem Tor von Eden Hazard (ab Minute 3:52):

https://www.youtube.com/watch?v=ZlRZgA0wznk