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OSV reitet mit zweiter "Garde" auf Erfolgs-“WELLE“ ins Achtelfinale

Foto: Mathias Reß
Foto: Mathias Reß

 

Es sollte das nächste „Meessen-Spektakel“ in Oststeinbek werden und genau das wurde das Pokalspiel, gegen den TSC Wellingsbüttel (Bezirksliga Nord), dann auch. Doch zuvor überraschte unser Trainer die Fans und Zuschauer mit seiner Aufstellung. Denn mit Thorben Joost, Youssef und Youness Sbou sowie Marcel Meyer saßen neben Fotis Andreou zunächst vier Akteure auf der Bank, die sonst eigentlich zum Stammpersonal zählen. Da auch noch Deniz Herber verletzt ausfiel, gab es auf insgesamt fünf Positionen Veränderungen. Dennoch wurde diese Begegnungen mit vielen Highlights zu einer klaren Angelegenheit.

 

Als vor dem Spiel die Startelf bekannt wurde, fingen die verunsicherten Fragen der anwesenden Zuschauer an. Aus allen Richtungen hörten die Teamfunktionäre Sätze wie zum Beispiel: „Was soll denn diese Aufstellung?“, „Wieso wird ausgerechnet heute, im Pokalspiel, so viel rotiert?“ oder auch „Hoffentlich klappt das so.“ Doch Co-Trainer Alexander Kaya brachte es nach der Partie auf den Punkt: „Wir haben keine zweite Mannschaft, sowas gibt es bei uns nicht. Denn jeder Einzelne hat eine brutal hohe Qualität. Deshalb haben wir, wenn überhaupt, eine zweite Garde!“

Wenn man sich mal anschaut, dass Danny Qasem, Kevin Lauppe, Miguel Gimeno, Nicklas Frers und Jan Daniel Niedwetzki reinrotierten, sind das ebenfalls alles verdiente Topspieler. Lediglich unser 19 Jähriger Ersatztorwart Niedwetzki konnte sich noch nicht all zu oft auszeichnen, verteidigte aber auch schon in der ersten Runde gegen den Oberligisten Meiendorfer SV seinen Kasten bravourös, was er nun in diesem Match wiederholte. Es hatte also nichts damit zu tun, dass wir den Neunten der Bezirksliga Nord als zu schwach sahen und der Trainer dann einfach mal die Hälfte der Mannschaft austauschte, sondern nur damit, dass die Trainingsbeteiligung bei uns echt riesig ist. Jeder Einzelne hängt sich mit Herz und Leidenschaft rein und verdient es, auch mal zum Zuge zu kommen. Als Danny Qasem schon in der zweiten Minute, nach einer Ecke von Maximilian Kochsiek, aus 18 Metern zur 1:0 Führung traf, verstummten dann auch schnell die skeptischen Hinterfragungen. Das war das Ausrufezeichen, dass es bei unserer Mannschaft egal ist, wer zum Zuge kommt. Denn einen Qualitätsabfall braucht man nicht befürchten. Auch wenn eben so viele Veränderungen auf einen Schlag vorgenommen werden.

Die Fans präsentierten ihre neue Zaunfahne. Foto: Reß
Die Fans präsentierten ihre neue Zaunfahne. Foto: Reß

Trotz Unterzahl das Ding deutlich eingetütet

 

Zwar kamen die Gäste ebenfalls zu ein paar guten Chancen, doch unsere Abwehr und schließlich unser Schlussmann machten einen super Job. Nach vorne spielten wir unsere Überlegenheit aus und führten bereits zur Halbzeitpause verdient mit 3:0. Die beiden anderen Tore erzielten Dave Fehlandt (25.) und Maximilian Kochsiek (29.). Dabei war der Treffer zum 2:0 ein absolutes Traumtor. Nach einem Zuspiel von Morad Sbou behauptete sich unser Kapitän gegen zwei Wellingsbütteler, zog vor dem Strafraum in die Mitte und zog aus gut 21 Metern ab. „Ich dachte erst, dass er vorbei fliegt und habe so gehofft, dass der Ball sich noch reindreht“, berichtete der Schütze nach dem Abpfiff. Tatsächlich bekam die Pille soviel Effet, dass die Flugbahn zu einer Kurve wurde und das Leder unhaltbar genau im rechten Winkel an den Innenpfosten und von dort ins Netz knallte. Ein Traumtor, dass durchaus auch das „Tor des Monats“ werden könnte.

 

Nach dem Seitenwechsel ging es für uns personell zunächst unverändert auf das Feld, aber in der 49. Minute mussten wir eine rote Karte für Kochsiek hinnehmen. In einem weiteren Angriff über die rechte Seite spielte unser Stürmer seinen Gegenspieler gekonnt aus, der daraufhin wie eine verlassene Ehefrau an Kochsieks Arm zog, die ihren Mann am gehen hindern will. Völlig übertriebene Aktion. Doch das folgende Losreißen unseres Angreifers war dann leider überzogener. Dabei erwischte er den Wellingsbütteler Akteur mit dem Arm am Hals, weshalb dem sehr stark und sehr souverän auftretenden Schiedsrichter Marco Heppner nichts anderes übrig blieb, als Kochsiek mit rot vom Platz zu schicken. Auch wenn es aus der Drehung heraus passierte, die wegen der Aktion des Welle-Kickers, der natürlich im Anschluss auch noch die gelbe Karte sah, entstand, hat der Arm nichts im Gesicht oder am Hals des Gegners zu suchen. Ganz klare Angelegenheit: Der Platzverweis war zwingend notwendig.

 

So spielten wir in Unterzahl weiter und kassierten auch schon bald den 1:3-Anschlusstreffer (51.). Die Gäste schienen eine Chance zu wittern. Sollte es doch noch mal spannend werden? In den folgenden 20 Zeigerumdrehungen reagierte unser Coach und wechselte nach und nach Youssef Sbou, Marcel Meyer und Maximilian Grünberg für Adrian Voigt, Danny Qasem und Morad Sbou ein. Das brachte neuen, frischen Wind, was dazu führte, dass sich Wellingsbüttel zwar echt anstrengte, aber auch gegen zehn Oststeinbeker keine Chance hatte. Zum Schluss sollte dann noch die Zeit des Youssef Sbou kommen. Zwischen der 84. und der 88. Minute schaffte der Offensivakteur innerhalb von vier Minuten einen lupenreinen Hattrick womit er das Ergebnis auf 6:1 hochschraubte. „Da ich in den letzten Spielen nicht getroffen habe, musste ich das für mich irgendwie wieder aufholen“, lächelte Youssef Sbou nach der Partie, der sich zurecht über seine Leistung freute, für den es aber wichtiger war, dass das komplette Team glänzte. Das tat es nämlich!

 

Übrigens kann man die Tore und weitere wichtige Szenen noch einmal auf www.fupa.net unter folgendem Link ansehen:

 

https://www.fupa.net/spielberichte/oststeinbeker-sv-tsc-wellingsbuettel-7165030.html

die noch übrigen Pokalteilnehmer:

 

Kreisliga:
Rasensport Uetersen

 

Bezirksliga:
Oststeinbeker SV

 

Landesliga:
SV Altengamme
Klub Kosova
VfL Lohbrügge
Dersimspor

 

Oberliga:
TuS Dassendorf
TuS Osdorf
Concordia
Wedeler TSV
TSV Sasel
TSV Buchholz 08
SC Victoria Hamburg
HSV Barmbek-Uhlenhorst
FC Teutonia 05

 

Regionalliga:
FC Eintracht Norderstedt

Demnach hätten wir nur kein Heimspiel im Achtelfinale, wenn wir nach Uetersen reisen müssten. Denn weiterhin gilt: Das kleinere Team Heimrecht.