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OSV vs. Wandsetal: Eine klare Sache! Oder doch nicht? Dann doch!

Adrian Voigt (Nr. 27) erzielte einen Doppelpack. Foto: Mathias Reß
Adrian Voigt (Nr. 27) erzielte einen Doppelpack. Foto: Mathias Reß

Nach dem Spiel gegen den TSV Wandsetal sagte unser Innenverteidiger Revin Köksal: „Ich warne immer davor, dass kein Team zu sehr auf die leichte Schulter genommen werden darf. Denn wir sind Menschen und wir spielen gegen Menschen“, was so viel bedeutet wie: „Jede Partie muss zunächst mal gespielt werden“. Doch bevor hier noch mehr Phrasen zu lesen sind, wollen wir lieber über das Spiel berichten, das erst schnell eine äußerst klare Angelegenheit zu werden schien, dann aber zwischendurch doch noch mal spannend wurde. Zudem gab es insgesamt zwei Doppelpacker, einen Platzverweis und ein Team, das die Schlussphase mit nur neun Mann über die Zeit bringen musste.

Auch die Fans begleiteten ihr Team wieder mit Engagement. Foto: Reß
Auch die Fans begleiteten ihr Team wieder mit Engagement. Foto: Reß

 

Es waren nicht ganz 13 Minuten gespielt, als sich immer mehr Fans und Zuschauer am Spielfeldrand darüber unterhielten, ob diese Partie das höchste Saisonergebnis des OSV stellen wird und vielleicht sogar zweistellig ausgeht. Denn zum genannten Zeitpunkt führten wir bereits beachtlich mit 3:0, weshalb die Menschen am Meessen sehr euphorisch über den noch kommenden Spielverlauf philosophierten. Beim ersten Tor verlängerte der aufgerückte Köksal einen Freistoß mit dem Kopf ins Netz (2.) und anschließend traf unser sehr stark aufspielende Sturmtank Eddy Örün, der zuvor bei der Ausführung des Standards noch der Vorlagengeber war. Mit einem schnellen Doppelpass zwischen ihm und Adrian Voigt hebelten die Beiden die gegnerische Abwehr so aus, dass Örün alleine vor dem Keeper auftauchte und eiskalt  zum 2:0 verwandelte (7.). Als nächstes durfte Voigt dann selbst ran, nachdem er an der Mittellinie einen Querpass von Morad Sbou annahm, mit dem runden Leder am Fuß durch die Zentrale dribbelte und dabei drei Wandsetaler Defensivakteure aussteigen ließ. Der Goalgetter platzierte schließlich einen satten Schuss zum 3:0 in die Maschen.

 

Normalerweise hätte man annehmen können, dass die Gäste, die im Ligaalltag derzeit noch eher gegen den Abstieg spielen, bei solch einem Rückstand nach nicht mal einer Viertelstunde die Köpfe in den Sand steckten. Aber auf sowas konnte man beim TSV Wandsetal lange warten. Denn trotzdem, dass alles für eine sehr hohe Niederlage sprach, zeigte die Truppe aus Wandsbek einen beachtlichen Kampfes- und vor allem einen riesen Siegeswillen. Ihre absolute Stärke besaßen sie in der Offensive. Dort agierten zwei Kicker, die mit ihrer Schnelligkeit einfach Jedem davonrennen konnten. Auch wenn wir mit die beste Abwehr der Liga stellen, gab es während der ersten Halbzeit Phasen, in denen viele unserer Männer einfach nur noch zu spät an den Ball kamen, was zu dem ein oder anderen vielversprechenden Angriff für die Gäste führte. Deshalb schafften es die Wandsetaler in dieser Phase nicht nur, unsere Mannschaft zu Fehlern zu zwingen, sie kamen sogar gänzlich noch mal wieder ran. Durch zwei Kontertore in der 22. und 30. Minute stand es nach einer halben Stunde nämlich nur noch 3:2, was für sehr viel Stirnrunzeln bei den OSV-Zuschauern und für nicht gerade wenig Hoffnung bei den Wandsetal-Angehörigen sorgte.

 

Wandsetal am Ende nur noch mit neun Mann

 

Nach dem Pausentee zeigte sich dann aber wieder die ganze Klasse unserer Mannschaft. Die Zuordnungen, das Antizipieren, die Übersicht und all das was ein gutes Team auszeichnet, setzten unsere „Men in Black“ um. Die zweite Halbzeit gehörte uns. Gekonnt und souverän zogen wir wieder unser Spiel auf und erhöhten folgerichtig in der 55. Minute dann auch das Zwischenergebnis. Das Besondere daran: Es war abermals Innenverteidiger Köksal, der einen Eckball von Maximilian Kochsiek unhaltbar ins Gehäuse köpfte und somit nicht nur das 4:2 sondern auch seinen Doppelpack perfekt machte. Doch Voigt dachte sich scheinbar, dass das was sein Teamkamerad kann, er auch hinbekommt. Also schraubte sich „Adi“ bei einem Freistoß von Örün aus dem Lauf heraus in die Lüfte und schädelte das Leder gegen die Laufrichtung des Keepers in den Kasten. Somit stand es ab der 72. Minute 5:2 und auch Voigt reihte sich in die Riege der Doppelpacker ein. Was die Gäste anging, ließen sie sich zwar bis zum Schluss nicht eine Sekunde hängen, allerdings war es schon erkennbar, dass es eher unsere Spieler waren, die eine „zweite Luft“ besaßen. Und dann mussten die TSV-Kicker auch noch zwei Verluste hinnehmen. Erst sah einer ihrer Akteure innerhalb von zwei Zeigerumdrehungen zwei Gelb-Verwarnungen und musste deshalb wegen der Ampelkarte das Feld verlassen, bevor sich auch noch ein weiterer Kicker verletzte, für diesen jedoch kein Ersatz mehr eingewechselt werden durfte, da das Kontingent erschöpft war. Doch zu einem weiteren Treffer kam es in der Schlussphase nicht mehr. Auch weil unsere Truppe ein paar Gänge zurückschaltete, aber dennoch konzentriert die Partie beendete. Ein Match, in dem wir uns zu Beginn und in der kompletten zweiten Halbzeit mal wieder auszeichnen und auch in der Höhe verdient gewinnen konnten. Am kommenden Wochenende haben wir frei, weshalb wir uns schon jetzt auf das nächste Heimspiel gegen den SC Vier- und Marschlande am 26.10.2018 freuen dürfen.