· 

Mit Fitness, Leidenschaft und Kraft zur Herbstmeisterschaft

Am Ende konnten der SCW vor allem auch Marcel Meyer (rot, Nr. 10) nicht aufhalten. Foto: Mathias Reß
Am Ende konnten der SCW vor allem auch Marcel Meyer (rot, Nr. 10) nicht aufhalten. Foto: Mathias Reß

 

Zum letzten Hinrundenspiel der Saison 2018/19 fuhren wir nach Wentorf. Dort erwarteten wir vorab ein schweres Spiel, da die Jungs des SCW derzeit sowas wie die „Mannschaft der Stunde“ in der Bezirksliga Ost sind. Immerhin erreichten sie in den letzten fünf Partien, bei einem Torverhältnis von 21:8 Treffern, vier Siege. Dabei waren auch gegen Teams wie den SC Eilbek oder den SV Börnsen sehr deutliche Ergebnisse. Man konnte also meinen, dass unsere Begegnung ein offener Schlagabtausch werden würde. Doch es kam anders…

 

Der Nachklang des Anpfiffs hallte noch im Hintergrund in den dunklen Abendhimmel hinein, als Marcel Meyer das erste Mal gefährlich vor dem Kasten auftauchte. Doch statt aus der zweiten Reihe draufzuhalten, was er eigentlich absolut beherrscht, entschied er sich, den Ball nach rechts auf den heranstürmenden Maximilian Grünberg abzulegen. Die Abwehr der Gäste reagierte allerdings gut und unterband einen finalen Abschluss. In der Folge sollte es dann viel schwerer für uns werden, nach vorne durchbrechen zu können. Denn der Matchplan der Gastgeber war schnell zu erkennen: Ein stark defensiv ausgerichtetes 4-4-2-System war die Mauertaktik, mit der der SC Wentorf uns bezwingen oder zumindest ein Unentschieden rausholen wollte. Die Hausherren ließen unsere Spieler immer wieder anrennen. In Wentorf erhoffte man sich dadurch offensichtlich, und das wurde im späteren Gespräch bestätigt, dass sich unsere Kicker müde laufen. Damit sind sie allerdings bei uns an der falschen Adresse.

 

Das Heimteam selbst lauerte ausschließlich auf Konter, die sie, wenn mal Einer bis zum Ende ausgespielt und nicht von unserem defensiven Mittelfeld oder unserer Abwehr abgefangen wurde, dann aber auch schnell und gekonnt ausführten. So wie auch in der 21. Minute, was bis dahin zur größten Chance des Spiels führte, die der SC Wentorf für sich verbuchen durfte, auch wenn wir die klar dominierende Mannschaft waren. In dieser Szene zeichnete sich Torwart Thorben Joost mit einem starken Reflex aus, indem er einen Schuss aus kurzer Distanz bravourös abwehrte. Allerdings flog der Ball vor die Füße eines weiteren Wentorfers, der den Nachschuss aus 16 Metern sofort auf das Gehäuse zimmerte. Unser Keeper lag währenddessen zwar noch am Boden, aber auf der Linie befand sich glücklicherweise Innenverteidiger Butze Marg, der sich dem Ball entgegenstellte und ihn dann weit ins Feld klärte. Durch diese Doppelchance hätten wir durchaus in den Rückstand geraten können. Anschließend gab es, durch Grünberg (38.) und Eddy Örün (43.), bis zur Halbzeit zwar noch weitere Gelegenheiten für unser Team, allerdings fand das runde Leder nicht den Weg ins Tor – jedenfalls noch nicht!

Kurz vor Anpfiff: Kontrolliertes, kleines Feuerwerk für unser Team. Foto: Mathias Reß
Kurz vor Anpfiff: Kontrolliertes, kleines Feuerwerk für unser Team. Foto: Mathias Reß

In der Schlussphase fiel die Entscheidung

 

Unsere Männer liefen wie die „Duracell-Hasen“. Unermüdlich rannten sie den Gegner ein ums andere Mal an. Denn die „Mauertaktik“, wie sie laut des SCW-Trainers gegen uns genauso auch gewollt war, fuhren die Wentorfer weiter. Doch ihre Konter spielten sie nur noch zweimal bis zum Ende aus, scheiterten jedoch sowohl in der 60. als auch in der 71. Minute an unserem glänzend parierenden und super aufgelegten Schlussmann Thorben Joost, der uns tatsächlich, und das muss man sagen, mit seinen Paraden zwischenzeitlich im Spiel hielt. Wenngleich es schon komisch ist, solch eine Aussage zu treffen, da wir über die komplette Spielzeit gefühlt 80 Prozent Ballbesitz besaßen. Doch sobald wir einen Vorstoßversuch des Gegners abfingen, kam es lautstark aus ihren hinteren Reihen: „Abbruch! Zurück und schnell wieder auf 442-Defensiv!“ Doch so sehr sie sich auch bemühten, wir fanden trotzdem immer wieder unseren Weg durch ihre Abwehrriegel. Und wir liefen diesen auch gerne. Sehr gerne auch bis zur letzten Minute, weil wir fit sind und es einfach können.

 

Nachdem Örün, Marg sowie Youssef und Youness Sbou auch in der zweiten Halbzeit noch Gelegenheiten nicht richtig nutzten, klappte es dann in der Schlussphase besser. Acht Zeigerumdrehungen vor Ablauf der regulären Zeit nahm Marcel Meyer im Strafraum den Ball mit dem Rücken zum Tor an, drehte sich um seine eigene Achse und zog ab. Ein schöner Schuss aus 14 Metern, der die Pille gegen den linken Pfosten klatschen ließ. Von dort flog das Leder zurück in den Strafraum, wo unser Kapitän Dave Fehlandt genau richtig stand und mit seinem Nachschuss zu unserer Führung ins Glück traf. Nur wenige Augenblicke später drehten dann Vorlagengeber und Schütze den Spieß um: Fehlandt bediente in der 88. Minute Marcel Meyer in der Zentrale mit einem wunderschönen Pass. Der Spielmacher hatte daraufhin keine Mühe, den Ball unter Kontrolle zu bringen, um dann an der Strafraumgrenze aus der zweiten Reihe abzuziehen. Das was er nach den ersten gespielten Sekunden noch nicht machen wollte, setzte „Celly“ in dieser Szene wieder gekonnt um. „Ich habe schon direkt im Moment des Schusses gemerkt, dass der Ball reingeht. Den hatte ich einfach perfekt getroffen“, erinnerte sich Meyer im Anschluss an die Partie. Und so war es dann auch. Die Kugel war zu gut geschossen, so, dass kein Abwehrspieler oder der gegnerische Torwarte den zweiten Einschlag verhindern konnte. Somit war die Messe gelesen. Wir gewannen ein Spiel mit 2:0, in dem eigentlich alles hätte passieren können. Doch am Ende zahlte sich unsere Geduld und die vorhandene Fitness aus, weshalb wir uns diesen Sieg durchaus verdienten. Und nicht nur das. Da dies das letzte Spiel der Hinrunde war, fuhren wir, als Aufsteiger in die Bezirksliga, nun auch noch die Herbstmeisterschaft ein. Darauf sind wir mächtig stolz! Und jetzt freuen wir uns auf das erste Rückrundenduell beim SC Schwarzenbek, das am Sonntag den 11.11.2018 um 14 Uhr an der dortigen Schützenallee steigt.