Oststeinbeker SV bleibt Cool und feiert 5:0-Kantersieg

Wie meist bei einer guten und einer schlechten Nachricht zunächst die gute Neuigkeit: Der Oststeinbeker SV ist zurück in der Spur. Beim souveränen 5:0 (3:0)-Heimerfolg gegen den ASV Bergedorf 85 glänzte unsere Mannschaft endlich wieder  durch Leichtigkeit und Spielwitz – zwei zuletzt sehnlichst vermisste Attribute.

 

Ein Eigentor des Bergedorfers Pascal Asante-Sefa (14. Minute) sorgte für die frühe Führung. Miguel Gimeno Hinrichs (19.) und Samet Yazici (43.) erhöhten jeweils per Foulelfmeter zum Pausenstand. Nach dem Seitenwechsel waren erneut Yazici (72.) sowie Nicklas Frers (80.) erfolgreich. Frers drosch nach einem von Hinrichs vergebenen dritten Strafstoß den Abpraller eiskalt in die Maschen.  Die streckenweise überharte Gangart der Gäste führte zudem zu zwei Gelb-Roten karten (30., 79.)

 

Alexander Kaya war von der Leistung seiner Mannschaft angetan, nicht aber unbedingt überrascht. „Ich weiß, was die Jungs können“, sagte Oststeinbeks Co-Trainer. „Dass aber alle Mechanismen derart gut gegriffen haben, damit konnte man aufgrund der widrigen Umstände nicht unbedingt rechnen.“

 

Die dünne Personaldecke brachte Kaya und Headcoach Simon Gottschling vor der Begegnung in Bedrängnis. Mit den angeschlagenen Adrian Vogt,  Josef Oshoffa,  Ilir Aliu, Erdinc Örün sowie die gesperrten Maximillian Kochsiek, Youssef und Morad Sbou fehlten dem Trainergespann gleich sieben Stammkräfte.

 

Kurzerhand ließen sich Gottschling und Kaya auf dem Spielbericht als Spieler eintragen.  Der OSV hatte noch ein weiteres Ass im Ärmel und reaktivierte Patryk Antoni Marg, der nach der Hinrunde sportlich kürzer treten wollte. „Patryk hat eine glänzende Partie abgeliefert und gezeigt, dass er als Abwehrchef der Hinrunde nichts verlernt hat“, sagte Kaya.

 

Nun zur schlechten Nachricht: Überschattet wurde die Begegnung von dem indiskutablen Verhalten einiger mitgereisten Anhänger der Gästemannschaft.

 

Vor der Partie hatte unser Ligaobmann Michael Baaß die Polizei Glinde über einen Facebook-Appell des Anhänger Clubs ASV Bergedorf 85 in Kenntnis gesetzt. In diesem startete die Fangruppierung den Aufruf: „Brennen für Bergedorf! 26.04.2019: Alle nach Oststeinbek“. Dazugehöriges Bildmaterial zeigte das großflächige Abbrennen von Pyrotechnik.

 

„Über das weitere Vorgehen hat die Polizeidienststelle dann selbst entschieden“, sagte Baaß. Am Spieltag verbrachten knapp 60 Einsatzkräfte zunächst ruhige 90 Minuten. Die Anhänger des Oststeinbeker SV feuerten ihre Mannschaft leidenschaftlich an, während die Stimmung im Gästeblock unter zunehmendem Alkoholeinfluss kippte. Nach dem Schlusspfiff  begab sich eine Gruppe Gästefans provozierend in Richtung  Oststeinbeker Block, der zeitgleich ausgelassen mit der Mannschaft den Sieg feierte. Daraufhin sicherten die anwesenden Polizeikräfte die Platzanlage und begleitete die Gästefans aus dem Stadion.

 

Dass unser derzeitiger Vorbehalt der regionalen Presse gegenüber nicht unberechtigt ist, zeigte mal wieder die Online-Berichterstattung der Hamburger Morgenpost. Eine Überschrift  wie „Fans gehen aufeinander los, Polizei stürmt Platz“ ist schlichtweg falsch, offenbart schlechte Recherche und  gehört in die Kategorie Fakenews.